METHODEN

In der körperorientierten Psychotherapie wird die untrennbare Einheit von Psyche und Körper im therapeutischen Prozess beachtet.  Dabei pendelt der therapeutische Prozess zwischen der Wahrnehmung der psychischen Strukturen und der Beachtung der Prozesse im Körper hin und her.
Angenehme Veränderungen auf psychischer Ebene werden durch Einbinden der Körperwahrnehmung als wirklich erfahren. Dadurch werden sie zur tragenden Grundlage für ein neues Selbstgefühl. Dies wird als top-down-Prozess bezeichnet.
Beim bottom-up-Prozess ermöglicht die Arbeit mit dem Körper und die dadurch eingeleitete Selbstregulierung eine Veränderung in der Selbsterfahrung und schafft die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Identitätsmuster.

Somatic Experiencing® (SE) ist eine körperpsychotherapeutische Methode zur Bewusstmachung, Überwindung und Integration von akuten und chronischen traumatischen Erlebnissen. Körperliche und seelische Verletzungen können sich in Körper und Seele als chronische Streßsymptome manifestieren. Manchmal treten erst lange Zeit nach dem traumatischen Erlebnis psychosomatische Krankheiten, Depressionen, Angstanfälle, Erschöpfung und andere Störungen auf. Die Arbeit mit SE bietet einen einzigartigen Ansatz für die innere Dynamik, die durch das traumatische Erlebnis ausgelöst wird. Im Kern steht dabei die Erkenntnis, dass traumatische Symptome entstehen, weil das Nervensystem in der Gefahrensituation überfordert wird. Die gesunden biologischen Reflexe zum Selbstschutz werden überschrieben und das gesamte System bleibt „im Trauma stecken“. Dadurch ist ein Teil des Menschen in der Situation gefangen mit der Folge, dass sich seine emotionale und physische Organisation auf die nun permanente innere Erregung ausrichtet. 
Um zum freien Lebensfluss zurückzukehren, werden in der Arbeit mit SE über körperliche, emotionale und kognitive Ansätze Ressourcen entwickelt, die es ermöglichen, diese innere Spannung abzubauen. Dabei wird die innere Weisheit und Überlebensfähigkeit genutzt, um zum Zeitpunkt des traumatischen Geschehens nicht zur Verfügung stehende oder überforderte Fähigkeiten zu aktivieren. In Verbindung mit diesen Fähigkeiten kann das traumatische Erlebnis auf Grundlage eines stabilen Nervensystems und im geschützten Raum der Therapie neu verhandelt werden. So kommt es zu einem Abschluss der unvollendeten gesunden Schutzreflexe und die bis dahin im Nervensystem gebundene Energie steht dem Leben wieder zur Verfügung.

Mit NARM lassen sich Beziehungs- und Bindungsstörungen bearbeiten, die durch Entwicklungstraumen der frühen Kindheit bis hin zur Adoleszenz entstanden sind. Folgen dieser Traumata sind psychosomatische Symptome und Beziehungskonflikte, hinter denen verborgene Überlebensstrategien zu finden sind. Im Kern dieser Strategien geht es dabei um die Aufgabe eigener, gesunder Bedürfnisse zugunsten des Erhalts der Bindung an eine meist wenig eingestimmte bis zurückweisende Bezugsperson. Um den für das Kind bedrohlichen Verlust der Bindung zu vermeiden, passt sich das Kind in einem kreativen, jedoch schmerzhaften Prozess an. Dabei kommt es zu emotionalen, physiologischen und kognitiven Verzerrungen. Diese blockieren auch im späteren Leben die Beziehung zu sich selbst und zu anderen. Der Prozess führt von der Aufdeckung und Auflösung dieser Identitätsverzerrungen hin zur Integration des ursprünglich erlebten Schmerzes und zur Wiederverbindung mit den eigenen gesunden Bedürfnisse sowie dem ungehinderten Ausdruck der ursprünglichen Lebenskraft. Dabei geht es im Prozess nicht darum, etwas Neues zu lernen oder sich zu verändern.
Es geht vielmehr darum, mit dem aufzuhören, was innerlich immer noch getan wird, um sich von der Verbindung mit sich selbst fernzuhalten.